Archive for the ‘Betroffene’ Category

Demo gegen NRW-Minister Laumannn am 4.08.2009

Dienstag, August 4th, 2009

Der christdemokratische Minister Karl-Josef Laumann

Menschenrechtsverletzungen, d.h. Todesfälle, scheinlegale Unterbringungen und massive Demütigungen der Insassen sind keine Erfindungen der schwarz-gelben Landesregierung.

Neu ist der Zynismus mit der diese Praktiken abgesegnet und die Scheinheiligkeit, mit der sie anschließend öffentlich bedauert werden. Beispiel gefällig?

Erstmalig  bedauerte Herr Laumann Anfang 2006 medienwirksam die gestiegenen Zwangseinweisungen in Nordrhein-Westfalen, assistiert von seinem FDP-Kollegen und Psychiater Dr. Stefan Romberg.

Unsere Bitte um ein Gespräch wurde ignoriert.

Dieselbe Schauvorstellung für die gutgläubige Öffentlichkeit wurde seitdem 3-mal wiederholt. Wie Herr Laumann, bzw. die ihm unterstellten Beamten im NRW-Gesundheitsministerium wirklich denken, wurde in der Diskussion zur Videoüberwachung deutlich.

Immer mehr Psychiatrie-Patienten werden ans Bett gefesselt. Fixiert heißt das im Jargon der Täter. Da die Gefahr tödlicher Komplikationen (z.B. durch Thrombosen) in dieser Fixierung stark erhöht ist, sind eigentlich Sitzwachen vorgeschrieben. Das Europäische Komitee zur Verhinderung von Folter, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung (CPT) forderte bereits 2005 dazu auf

„dass die betreffende Person … von einem Mitarbeiter (Sitzwache) ständig, unmittelbar und persönlich überwacht wird.“

Praxis in NRW ist hingegen die Videoüberwachung Fixierter, bis Ende 2008 ohne Billigung durch die aufsichtsführende Behörde MAGS. Statt nun diese illegale, menschenverachtende Praxis sofort zu untersagen, wurde sie per Erlass legalisiert.

Erste Begründung:

Ein Patientenzimmer auf einer Geschlossenen sei ein öffentlich zugänglichen Raum.

Dies ist absurd. Oft wird selbst Angehörigen und guten Freunden der Besuch fixierter Insass/inn/en verwehrt.

Wer eine geschlossene psychiatrische Station mit einem öffentlichen Platz, wie dem Rathaus- oder dem Bahnhofsvorplatz verwechselt, ist als Kontrolleur für Psychiatrien absolut ungeeignet.

Als dieser Zynismus von vielen Seiten zu Protesten führte, wurde etwas Neues zur Legalisierung aus dem Hut gezogen. Jetzt darf der Einsatz der Videokamera nur „bei strenger ärztlicher Indikationsstellung“ erfolgen.

Grund für die Maßnahme Fixierung wie auch die Maßnahme Videoüberwachung ist allein der Unwille von Personal, Stations- und Krankenhausleitung sich mit den psychiatrisierten Menschen zu beschäftigen.

Wie unter diesen folterähnlichen Zuständen (selbstverständlich werden auch zwangsweise gefährliche, sehr unangenehme Psychopharmaka verabreicht) Genesung erfolgen soll? Soll doch gar nicht. Es gibt immer mehr psychisch Kranke, an denen Pharmaindustrie und skrupellose Ärzte glänzend verdienen.

Daher unser Appell an diesen „christlichen“ Herrn:

Folterminister Laumann – Treten Sie zurück !!

Und unser Appell an die christlichen Parteifreunde, distanzieren Sie sich von diesem Kerl. Was für eine Schande dieser Mann für unsere Demokratie ist, sieht man daran, dass er seine Auftritte und Termine geheim hält.

Wie uns sein Landtagsbüro gestern freundlicher Weise bestätigte, hat er keinen öffentlichen Terminkalender für seinen Wahlkampf. Solches Verhalten kennt man sonst nur von Diktatoren und Gewaltherrschern.

Daher demonstrieren wir ab 17.30 Uhr vor dem Schützenhaus, wo die Remscheider CDU heute am Di, 4. August eine Wahlkampfveranstaltung mit Minister Laumann abhält.

Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW, Wittener Str. 87, 44 789 Bochum,

0234 / 640 5102, Matthias.Seibt@psychiatrie-erfahrene-nrw.de, www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de

V.i.S.d.P.: Matthias Seibt, Landgrafenstr. 16, 44 652 Herne

Selbsthilfetag in Bochum 2009

Dienstag, Juli 14th, 2009

20. Selbsthilfetag

 

des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener NRW e. V.

 

Thema:Fortschritt durch Selbsthilfe

 

TeilnehmerInnen: Alle Interessierten

 

Wann:                         Samstag, 5. September 2009 von 11.00 – 17.25 Uhr

 

Wo:                             Im Kirchenforum Querenburg in Bochum, Haltestelle Ruhr-Universität, zu erreichen mit U 35 ab Bochum Hbf Richtung Hustadt

 

Wie:                            Eintritt, Kaffee und Kuchen frei.

 

Info:                            0234-640 5102 oder Matthias.Seibt@psychiatrie-erfahrene-nrw.de

      Ab Mo, 24. August 09 hier auch Anmeldung (nicht nötig, aber nett) und Mit­fahrzentrale (Auto und Bahn) Fahrtkostenerstattung (für Gruppen von) Bedürftige/n billigste Möglichkeit, (höchstens SchönerTagTicket für

5 Personen für 34,- Euro) nur auf vorherigen Antrag möglich

 

Programm:           

11.00 -11.15               Begrüßung; Grußwort N.N.

Organisatorisches

 

11.15 -11.40               Vortrag Matthias Seibt, Herne:

14 Jahre Selbsthilfe auf Landesebene, Was wir erreicht haben       

11.40 -12.00               Diskussion zum Vortrag

 

12.00 -12.25               Vortrag Fritz Schuster, Recklinghausen:

Rechtsgrundlagen der Anhörung

12.25 -12.45               Diskussion zum Vortrag

 

12.45 -13.00               Vorstellung der Arbeitsgruppen

 

13.00 -14.45               Mittagspause, Mittagessen muss selbst organisiert werden.

                                    Supermarkt, Pommesbude und Pizzeria sind vorhanden.

 

Arbeitsgruppen:               

14.45 -16.30

1) Karin Roth (Bochum) – Trauma und die Folgen – Trauma und traumatherapeutische Wege

2) Martin M. (Wuppertal) – Aufbau einer Selbsthilfegruppe

3) Bernd Seiffert (Aachen) – Protest gegen die Psychiatrie

4) Cornelius Kunst (Solingen) – Grundlagen der persönlichen Selbsthilfe

5) Eva Haas-Ernzerhoff (Tauschring Bochum) – Was macht ein Tauschring?

6) Bärbel Lorenz (Köln) – Möglichkeiten der Selbsthilfe

7) Doris Steenken (Osnabrück) – Selbsthilfe als Alternative zur psychiatrischen Behandlung

                             

16.30 -17.00               Kaffeetrinken

17.00 -17.15               Berichte aus den Arbeitsgruppen

17.15 -17.25               Schlussworte

       Um 17.34 geht eine U-Bahn zum Hauptbahnhof. Mit dieser werden der RE um 17.56 Ri Köln/Aachen, der RE 18.05 Ri Dortmund/Hamm, die RB um 18.04 Ri Wanne-Eickel erreicht. Die U-Bahn um 17.24 erreicht den RE um 17.43 nach Bielefeld/Minden und den RE um 17.47 nach Hagen/Siegen.

 

Der Selbsthilfetag ist für alle offen. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!  

 

Wegbeschreibung Selbsthilfetag in Bochum

 

Mit der Bahn bis Bochum Hbf oder Herne Bf. Dann U 35 Richtung Hustadt bis Haltestelle Ruhr-Universität. Dort die Treppe hoch, oben links, gegenüber der Sparkasse rechts liegt das Kirchenforum Querenburg.

 

Die U 35 fährt Samstag vormittags alle 10 Minuten. Bis zur Ruhr-Uni braucht sie 9 Minuten.

Gesundheitstag in Spelle

Montag, Mai 25th, 2009

Am Wahltag, Sonntag den 7. Juni 2009 findet von 11-18 Uhr der 6. Speller Gesundheitstag im Wöhlehof statt. Ausstellen können dort privatpersonen, Vereine und auch gewerbliche Anbieter. Es muß sich aber beim Koordinator des Wöhlehofes angemeldet werden. Tel.: 05977/937-990 oder Email: woehlehof@spelle. Themen sind Gesundheit von A-Z.

Mitstreiter gesucht

Freitag, Mai 22nd, 2009

Ich suche noch 6 oder mehr Leute, die mitmachen wollen bei der Recovery-Haus-Initiative Osnabrück. Ich hatte auch schon daran gedacht, das ganze als Social Entrepreneur (Sozial Unternehmer) zu machen. Aber ein Verein ist mir doch lieber. Wer will mitmachen?

Recovery-Haus-Initiative Osnabrück

Es steht noch nicht alles an dem Konzept fest, man kann sich auch noch einbringen!

Die Germanische Neue Medizin nach Dr. Hamer ist falsch

Dienstag, Mai 12th, 2009

Ich hatte gehofft, von der Schizophrenie durch die Germanische Neue Medizin geheilt zu werden, aber die Theorien des Dr. Hamer sind falsch. Letzlich habe ich keinen Schaden dadurch erlitten. Man kann sich halt auch irren. Ich wollte halt unbedingt wieder gesund werden.

Das war wohl ein falscher Traum.

On our Own

Dienstag, Mai 5th, 2009

Die Psychiatrie-Überlebende Judi Chamberlin hat schon in den 70er Jahren ein Buch veröffentlicht, in dem sie die Psychiatrie-Nutzer auffordert, die Psychiatrie in die eigenen Hände zu nehmen und Nutzerkontrollierte Einrichtungen zu schaffen. Bisher sind aber nur wenige dieser Einrichtungen umgesetzt, wie z.B. das Weglaufhaus in Berlin. Das ist Schade. Man muß sich natürlich selbst fragen, warum wir so erfolglos sind?

Empowerment, Recovery und die UN Behindertenkonvention

Mittwoch, April 22nd, 2009

Mittlerweile sind die Begriffe Empowerment und Recovery auch bei den Professionellen angekommen. Es gilt aber sich selbst zu empowern (sich selbst ermächtigen) und auf die eigenen Kräfte beim Recovern (Heilung, Genesung) zu bauen. In anderen Ländern wie Großbritanien, USA und Austarlien/Neuseeland sind die Prinzipien von Recovery und Empowerment schon Grundlage von Gesetzen und der Behandlung von psychisch Kranken. Grundlage von Recovery ist die Hoffnung auf Wiederherstellung einer guten Lebensqualität. Eine internationale Studie der WHO (International Study of Schizophrenia/ISoS) stellte fest, dass psychisch Kranke in Entwicklungsländern eine größere Chance haben, zu recovern als in den Industrieländern. Das Überrascht auch, weil in den Entwicklungsländern deutlich weniger Medikamente gegeben werden. Man kennt die Ursache nicht, aber man nimmt an, dass die psychisch Kranken in den Entwicklungsländern mehr in die Familie und die Gemeinde integriert sind. Immer mehr psychisch Kranke stellen fest, dass sie recovern können obwohl sie eine schlechte Prognose vom Psychiater bekommen haben. 20% der psychisch Kranken genesen nach einer Episode der Krankheit. 35% haben mehrere Episoden, leben aber ohne Symptome in der Zwischenzeit. Der Rest hat Restsymptome, kann aber auch mit ihnen leben lernen. Wer recovert kann auch Medikamente nehmen und Rückfälle haben. Wichtig ist, dass man eine hohe Lebensqualität auch als chronisch Kranker erreichen kann. Man stützt sich mehr auf die Resourcen und Stärken der psychisch Kranke, statt von ihren Defiziten auszugehen. Hoffnung ist die Grundlage von Recovery. Auch Beziehungen zu anderen Menschen sollen gestärkt werden.

Zu Empowerment gehört auch eine andere Art der Behandlung, wie er z.B. in dem Soteria Ansatz des Dabeiseins erfolgreich praktiziert wird. Er muß nur noch ausgeweitet werden.

Bei der UN-Behindertenkonvention, die Deutschland zum 1.1.2009 ratifiziert hat, haben auch Behindertenverbänder und Psychiatric Survivors mitgewirkt. Die Verhandlungen in New York haben fast 4 Jahre gedauert, doch es ist auch beachtliches dabei herausgekommen. Eine Veranstaltung der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung in Osnabrück, an der ich teilgenommen habe, stellte fest, dass sich Behindertenkonvention und Psych Kgs der Länder und des Bundes widersprechen. Denn die Behindertenkonvention verbietet ausdrücklich das einsperren und zwangsbehandeln von psychich Kranken. Man versuchte zwar noch von Seiten der Professionellen zwischen Kranken und Behinderten zu unterscheiden, Aber jeder, der eine psychische Krankheit hat und in der Psychiatrie war, kann einen Behinderten-Ausweis bekommen.

Auch das Betreuungsrecht muß wohl geändert werden, weil die Behindertenkonvention den Behinderten wollen Rechts- und Handlungsfähigkeit zugesteht. So kann nicht mehr auf den freien Willen verwiesen werden, sondern nur noch auf den natürlichen oder erklärten Willen der psychisch Kranken. Wenn sie nein zur Betreuung sagen, kann diese nicht verhängt werden.

Die Bundesregierung hat zwar noch nichts in den Psych Kgs und dem Betreuungsgesetz geändert und diese in die Deutsche Fassung der Konvention übernommen, aber man kann sich jetzt bis zu einer Kommission, die die Rechte der Behinderten bei der UN überwacht durchklagen.

Es wird Zeit, dass sich die psychisch Kranken empowern und auf der unverfälschten Anwendung der UN-Behindertenkonvention beharren. Es gibt weitere Streitpunkte bei der Konventionsübersetzung in deutsches Recht, die aber meist nur körperlich und geistig Behinderte im Bereich der Bildung und der Barrierefreiheit betreffen.

Ich meine, der Zwang wird bald fallen im Bereich der Psychiatrie. Es muß aber noch was getan werden auf Seiten der psychisch Kranken. Rechte werden einem nicht geschenkt, sondern man muß sie sich erkämpfen, wie die Behindertenverbände es in New York getan haben. Wahrscheinlich will man in Deutschland den ganzen Rattenschwanz von Wiedergutmachung und Entschädigung vermeiden. Das muß aber erkämpft werden. Jährlich kommen in der Psychiatrie mehr als 3000 psychisch Kranke um. (vergleiche Statistisches Jahrbuch) Das muß aufhören. Man stelle sich mal vor, ein psychisch Kranker würde einen Psychiater töten, was dann los wäre.

Recovery-Haus-Initiative Osnabrück gestartet

Sonntag, April 19th, 2009

Ich habe eine Recovery-Haus-Initiative Osnabrück gestartet, die eine Mischung aus Weglaufhaus, Soteria und Selbsthilfe-Haus betreiben will. Ich suche noch Leute, die Mitmachen wollen und aus Osnabrück und Umgebung kommen.

http://www.recovery-haus.de/

Die PsychKGs widersprechen der UN-Behindertenkonvention

Dienstag, März 31st, 2009

Jeder, der seit 1.1.2009 in einer geschlossenen Station arbeitet macht sich strafbar. Denn die PsychKGs wiedersprechen der Behindertenkonvention, die seit dem 1.1.2009 von Deutschland ratifiziert wurde. Darin steht, dass Behinderten keinensfalls ihrer Freiheit beraubt werden dürfen. Behinderte genießen volle Rechts- und Handlungsfähigkeit. Es müßten sich nur psychisch Kranke finden, die sich gegen eine Zwangsbehandlung, Einsperren und Zwangsdiagnose und Fixieren rechtlich wehren würden.

Selbsthilfetag in Bochum

Freitag, März 20th, 2009

Ich war seit ein paar Jahren wieder mal auf einem Selbsthilfetag der Psychiatrie-Erfahrenen NRW. Es hat mir gut gefallen. Die Vorträge, besonders der über das Weglaufhaus waren gut. Ich habe dann an der Arbeitsgruppe von Sybille Prins über Selbsthilfe bei Depressionen mitgemacht. Auch diese Arbeitsgruppe war gut. Das war es dann auch schon wieder. Ich komme im September wieder nach Bochum zum Selbsthilfetag.